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Pressestimmen - Anakondas

(...) Die Bildausstattung ist eine Augenfreude. Ein Buch, das in keiner herpetologischen Bibliothek fehlen darf.

Eine Besprechung von Ulrich Scheidt in "Veröffentlichungen des Naturkundemuseums Erfurt" 21 (2002)

Wärmstens zu empfehlen

Anakondas gehören zu den größten Riesenschlangen der Erde. Obwohl jedermann ihr Name geläufig ist, ist doch erstaunlich, wie wenig Klarheit eigentlich über ihre systematische Stellung im Tierreich und ihre Verbreitung besteht.
Basierend auf langjährigen Recherchen in zahlreichen herpetologischen Sammlungen Amerikas und Europas sowie auf mehreren Expeditionen in die südamerikanischen Heimatländer dieser Tiere hat der Autor sich intensiv mit der Gattung Eunectes beschäftigt und die Ergebnisse in einer Doktorarbeit zusammengefasst.
Mit dieser Dissertation, nun in Buchform erschienen, liegt seit dem 1982 erschienenen Standardwerk über Anakondas von Petzold ein aktuelles, für wissenschaftlich arbeitende Herpetologen wie auch für interessierte Terrarianer ein Werk vor, das für die nächsten Jahre das Thema „Anakondas“ entscheidend prägen dürfte.
In der Arbeit wird nicht nur die Systematik der Gattung Eunectes einer Revision unterzogen, sondern auch ihre Verbreitung detailliert belegt. Im Ergebnis der taxonomischen Untersuchen werden Eunectes barbouri, E. murinus gigas und E. murinus murinus der Großen Anakonda (Eunectes murinus) ohne Unterarten zugeordnet. Daneben stehen die Paraguay-Anakonda (E. notaeus) und die De-Schauensee-Anakonda (E. deschauenseei) sowie – als besonders spektakuläres Ergebnis – eine wissenschaftlich neu beschriebene Art: Die Beni-Anakonda (E. beniensis) aus Bolivien.
Im zweiten und für den Terrarianer wohl interessantesten Teil des Buches werden nach einem Bestimmungsschlüssel die einzelnen Arten in einem einheitlichen Schema besprochen: Diagnose, Etymologie und Trivialnamen, Färbung und Zeichnung, Morphometrie, Pholidose, Skelett und Zähne. Geschlechtsdimorphismus, Hemipenes, Fortpflanzung (Paarung, Geburt und Nachkommenschaft, Chromosomen), Habitat, Nahrung, Verhalten, Haltung im Terrarium und Handel.
Informative Fotos, insbesondere auch zahlreiche Biotopaufnahmen, runden das Werk ab. Lediglich Erläuterungen der wichtigsten Fachausdrücke wären für den wissenschaftlich nicht so bewanderten Leser wünschenswert gewesen.
Auf jeden Fall ist das Buch seinen Preis wert und wird Herpetologen und Terrarianern gleichermaßen wärmstens empfohlen.

Dieter Schmidt in DATZ 10/2002